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Kapitel 3: Landschaftsfotografie für Spe... > Infrarotfotografie mit der DSLR - Pg. 121

Infrarotfotografie mit der DSLR Die Wellenlängen des sichtbaren Lichts reichen von 380 nm (violett) bis 780 nm (rot). Unterhalb des sichtbaren Spektrums schließt sich die ultraviolette Strahlung (UV) an, oberhalb die Infrarotstrahlung (IR). Die Faszination von IR-Fotos liegt vor allem in der ungewohnten Sichtwei- se. Das Fotografieren mit Licht im unsichtbaren Wellenlängenbereich liefert märchenhaft-geheimnisvolle Fotos mit tiefschwarzem Himmel, leuchtend weißen Bäumen und Wiesen sowie einer breiten Palette an grauen Tonwerten dazwischen. Von Bedeutung für die IR-Fotografie mit der Digitalkamera ist nur die kurzwel- lige IR-A-Strahlung im sogenannten nahen Infrarot mit Wellenlängen zwischen 780 nm und 1400 nm. Nicht zu verwechseln ist die IR-Fotografie daher mit der Thermografie. Spezielle Wärmebildkameras, die u. a. dazu eingesetzt werden, die Wärmedämmung von Gebäuden zu untersuchen, arbeiten mit Strahlung im fernen Infrarot mit sehr langwelliger IR-Strahlung in der Größenordnung von 50 µm bis 1 mm. Schon in der Analogfotografie gab es sowohl SW- als auch Farbfilme, die für das nahe Infrarot empfindlich waren. Das Fotografieren damit war aber mit viel Aufwand verbunden. Der Film musste in völliger Dunkelheit in die Kamera eingelegt werden und da die Wahl der geeigneten Belichtungs- und Fokusein- stellungen mit viel Probieren verbunden ist, konnte man nur hoffen, dass eine gelungene Aufnahme dabei war, bis der Film entwickelt war. Durch die sofortige Kontrolle des Ergebnisses auf dem Display ist die IR-Foto- grafie mit der Digitalkamera um einiges komfortabler geworden, und es lohnt sich, dieses spannende Feld der Landschaftsfotografie einmal auszuprobieren. Die geeignete Ausrüstung für die IR-Fotografie Kamera Grundsätzlich kann jeder digitale Bildsensor IR-Strahlung aufzeichnen. Die Sensoren sind für IR-Strahlung sogar so empfindlich, dass die Kameraherstel- ler einen IR-Sperrfilter einbauen, um die langwellige IR-Strahlung vom Sensor abzublocken. Der Grund: Licht unterschiedlicher Wellenlängen wird von den Linsen im Objektiv unterschiedlich stark gebrochen. Alle Objektive sind für die bestmögliche Leistung im sichtbaren Teil des Spektrums optimiert. Trifft der infrarote Anteil des Lichts ungehindert auf den Sensor, so wird das scharfe Bild aus dem sichtbaren Spektrum mit dem unscharfen und etwas vergrößerten IR-Bild überlagert. Kapitel 3 Landschaftsfotografie für Spezialisten 121