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6 Raum erkennen und nutzen > Ausgewogenheit und Raum - Pg. 163

Ausgewogenheit und Raum Ausgewogenheit ist ein natürlicher Bestandteil des Lebens. Für unseren Körper benötigen wir eine ausgewogene Ernährung und eine gute Mischung aus Bewegung und Ruhe. Sowohl im persönlichen Bereich als auch im Berufsleben streben wir nach Ausgewogenheit. (Der Begriff ,,Work-Life-Balance" unterstreicht unser tiefes Verlangen danach.) Wir können auch spüren, wenn Dinge nicht im Gleichgewicht sind. Stellen Sie sich vor, Sie wollen ein Haus kaufen. Beim Begutachten des Hauses kommen Ihnen die Böden uneben vor und Ihnen fällt auf, dass die Balken nicht ganz gerade sind und so weiter. Dieses Ungleichgewicht wirkt sich möglicherweise auf Ihre Kaufentscheidung aus. In der Musik streben wir nach einer Ausge- wogenheit zwischen den miteinander harmonierenden Teilen, um gute Klänge zu erhalten. Wenn die Lautstärken der Instrumente untereinander nicht ausgewogen sind, leidet die Qua- lität selbst bei korrekt gespielten Noten und dem Publikum fällt es auf. Wir merken es, wenn die Dinge aus dem Gleichgewicht geraten. Auch im Grafikdesign streben wir Ausgewogenheit an. Ausgewogenheit zwischen den ein- zelnen Teilen trägt zum harmonischen Eindruck bei und fesselt den Betrachter nachhaltig. Ausgewogenheit zwischen den Elementen trägt zur Aktivierung des negativen Raums bei und leitet den Blick des Betrachters sanft von einem Teil des Designs zum nächsten. Ein unausgewogenes Design erregt vielleicht Aufmerksamkeit, aber die Unstimmigkeit zwischen den Elementen kann den Blick nicht lenken. Das beeinträchtigt die Qualität der Botschaft. Ein ausgewogenes Design erweckt auch einen Eindruck von Tiefe und Bewegung, so dass die Darstellung nicht statisch wirkt. Symmetrie Von Symmetrie sprechen wir, wenn sich beide Hälften eines Designs mehr oder weniger ähn- lich sind. Es gibt im Wesentlichen zwei Arten von Symmetrie. Bei der Drehsymmetrie werden Elemente um den Mittelpunkt gedreht. Diese Art der Sym- metrie kann ziemlich dynamisch wirken. Es ist aber schwieriger, sie wirkungsvoll einzusetzen. Achsensymmetrie ist die am häufigsten auf Folien eingesetzte Symmetrieform. Sie ent- steht, wenn Sie die linke und rechte Seite einer Darstellung nahezu identisch gestalten. Diese Art der Symmetrie erweckt einen stabilen und formalen Eindruck, was möglicherweise erwünscht ist. Wenn Sie die Überschrift, die vier Textzeilen und das Logo am unteren Rand einer Folie zentrieren, dann erhalten Sie eine symmetrische Folie. Sie ist zwar zu beiden Seiten hin ausgewogen, aber sie ist auch statisch. Symmetrie ist nichts Schlechtes; aber wenn Sie alle Elemente auf einer Folie zentrieren, entsteht an den Kanten häufig toter Raum beziehungsweise verschwendeter Raum. Da alle Elemente auf einer vertikalen Achse zentriert sind, wird der gesamte Leerraum an die Seiten gedrückt, wo er mehr oder weniger wirkungs- los ist. Kapitel 6 Raum erkennen und nutzen 163