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Teil Drei: Shootings > 17 Villa - Pg. 205

17 ViLLA Wenn einem eine Villa als Location angeboten wird, ist man im ersten Moment begeistert. Man malt sich die schönsten Räume aus und träumt von einem Garten mit Parkcharakter. Aber oft kommt es dann ganz anders, die Villa aus der Jahrhundertwende befindet sich gerade im Umbau und man muss sich beeilen, bevor die Sanierungsarbeiten beginnen beziehungsweise vollständig abgeschlossen sind. In meinem Fall waren sie schon in vollem Gange, sodass nur wenige Locations in der Villa übrig blieben, die sich lohnten fotografiert zu werden. Es waren natürlich nicht die großen Wohnräume, die noch gut erhalten waren, sondern die kleinen Zimmer wie der Flur, der Garderobenraum, der vom Flur abging und ein weiterer Raum, der mit einem Bad abschloss. Wenn man die Räume so gar nicht kennt und man überhaupt nicht weiß, was einen erwartet, dann sollte man nach Möglichkeit das ganze Auto voll Technik packen, um gut gerüstet zu sein. Das macht zwar sehr viel Arbeit und ist eine üble Schlepperei, aber es wäre fatal, nicht das richtige Licht vor Ort zu haben. Bevor Sie Ihr ganzes Equipment in die Villa schleppen und aufbauen, lassen Sie die Loca- tion auf sich wirken, nehmen Sie sich Zeit und sehen Sie sich genau um. So manches wirkt auf den ersten Blick sensationell und auf den zweiten langweilig. Überlegen Sie zu diesem Zeitpunkt schon, welches Licht Sie für die Location benötigen, damit Sie nicht alles herein- schleppen müssen. Während das Model sich schminkt oder von dem Make-up-Artisten ge- stylt wird, versuche ich die nötige Ruhe für mich zu finden, um die Umgebung zu genießen. Die Bilder entstehen bei mir zu diesem Zeitpunkt bereits im Kopf und ich versuche, dazu das richtige Licht zu finden. Da die Räume sehr klein waren, teils nur um die drei Quadratmeter, blieben nicht viele Möglichkeiten, das Licht zu setzen. Und dennoch muss es eine Möglich- keit geben, ein spannendes Licht zu finden. Bei allen drei Räumen arbeitete ich mit zwei Akku-Generatoren, einem Blitzkopf mit Reflek- tor als Sekundärlicht, um Lichtakzente zu setzen, sowie einem Blitzkopf mit einem Softlite Strip als Primärlicht. Bei zwei der drei Räume musste sehr darauf geachtet werden, dass die Wände nicht zu direkt angeblitzt werden. Der Glanz der jahrhundertealten handbemalten Tapete sollte das Licht nicht zurückwerfen, sie sollten so gut wie möglich zur Geltung kommen. Hier muss man immer ein wenig probieren, insbesondere dann, wenn wenig Platz vorhanden ist. VILLA 205