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Kapitel 17 Postfix und Dovecot (Mail-Server) 17.2 Mutt Bevor es im nächsten Abschnitt endlich mit der Mail-Server-Konfiguration losgeht, möchte ich Ihnen hier noch einen E-Mail-Client (MUA) vorstellen, den Sie möglicherwei- se noch nicht kennen: das textbasierte Programm Mutt. Gegenüber den üblichen MUAs mit grafischer Benutzeroberfläche (also Thunderbird & Co.) bietet Mutt zwei wesentliche Vorteile: » Das Programm Mutt hat eine textbasierte Benutzeroberfläche und kann daher direkt auf dem Server innerhalb eines Konsolenfensters und natürlich auch via ssh ausge- führt werden. » Mutt liest E-Mails aus dem Standard-Postfach /var/mail/benutzername und übergibt zu sendende E-Mails direkt an den MTA (ohne SMTP). Aufgrund dieser Eigenschaften eignet sich Mutt hervorragend, um die Installation eines MTAs ohne große Vorarbeiten zu testen. (Natürlich können Sie für erste Tests auch via Telnet mit dem MTA kommunizieren, wie dies in diversen Büchern und Internet-Artikeln immer wieder beschrieben wird. Aber das ist doch eine etwas steinzeitliche Methode.) Nach der Installation durch apt-get install mutt starten Sie das Programm mit dem Kommando mutt. Entscheidend ist dabei, wie Sie eingeloggt sind: mutt greift immer auf das Postfach des eingeloggten Benutzers zurück. Wenn Sie also überprüfen möchten, ob eine Test-E-Mail an huber@firma-abc.de eingetroffen ist, muss es auf dem Rechner einen Account für huber geben, und Sie müssen sich als huber einloggen! Das Programm zeigt auf der Startseite die Titelzeilen aller E-Mails an (siehe Abbildung 17.2). Mit den Cursortasten bewegen Sie sich durch die Inbox. (¢) zeigt den Text der ausgewählten E-Mail an. Mit (Leertaste) blättern Sie durch die Nachricht. (J) führt zur nächsten Nachricht, (I) zurück in die Inbox. (?) zeigt einen Hilfetext mit allen wichtigen Tastenkürzeln an. Um eine neue E-Mail zu verfassen, drücken Sie (M) und geben den Empfänger und die Subject-Zeile an. Anschließend startet Mutt den durch die Umgebungsvariable $EDITOR oder durch den Link /etc/alternatives/editor ausgewählten Editor. Dort schreiben Sie den Nachrichtentext, speichern ihn und verlassen den Editor. Anschließend versenden Sie die E-Mail in Mutt durch (Y) . (Q) beendet das Programm. Beim Verlassen stellt Mutt zwei Fragen: Sollen mit (D) als gelöscht markierte E-Mails endgültig gelöscht werden? Und sollen gelesene Nachrichten nach /home/username/mbox verschoben werden? Wenn Sie vorhaben, die E-Mails spä- ter noch mit einem anderen Programm zu bearbeiten, sollten Sie beide Fragen mit (N) beantworten. Besonders die zweite Frage ist kritisch: In der lokalen Mbox-Datei findet 386