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4. Zur Verwendung von Tools und Code > Kontraste und Farbraum

Kontraste und Farbraum

Der zweite Ansatz zur Verringerung der Informationen des Ausgangsmaterials besteht in der Reduzierung des Farbraums und der Erhöhung der Kontraste. Wie bei der Audioverarbeitung im Abschnitt „Audio“ beschrieben, ist es zielführend, bestimmte Informationen aus dem Ausgangsmaterial wegzulassen oder sie zu vereinfachen. Jeder Bildpunkt eines Videos kann einen bestimmten Wert in der Lumineszenz und im Chroma annehmen. Eine Einschränkung des Farbraums bedeutet, dass alle Bildpunkte unter einem bestimmten Lumineszenzwert schwarz werden – also der Lumineszenz null entsprechen. Analog werden alle Bildpunkte über einem bestimmten Lumineszenzwert weiß.

Hilfreich für die Bewertung des Kontrastspektrums eines Bildes ist die Darstellung in einem Histogramm. Hier ist schnell zu erkennen, welche Weiß-, Grau- oder Schwarzwerte wie häufig im Bild vorkommen. Ein dunkles Bild wird im Histogramm links angezeigt und ein helles rechts.

Bei der Wahl dieser Werte ist jedoch Vorsicht geboten. Vor allem sollten sie an einem guten Monitor mit echten Farben eingestellt werden. Durch die Wahl zu extremer Werte wird das Filmmaterial sehr plakativ und wirkt gezeichnet. Auf der anderen Seite kann mit diesem Werkzeug auch die subjektive Qualität des Materials gesteigert werden, weil wir in Bildern gerne einen reichhaltigen Lumineszenzraum von vollem Schwarz bis zu vollem Weiß sehen wollen. Bilder, die sich ausschließlich in Grauwerten abspielen, werden schnell als schwammig empfunden.

Letztendlich gilt es – wie so oft in solchen Fällen –, einen Kompromiss zwischen guter Kompressionsfähigkeit und einer möglichst hohen Qualität sowie Originaltreue des Materials zu finden. Gerade wenn das Material, das komprimiert wird, später als Original dienen soll – also auch für die Archivierung verwendet wird –, ist von zu extremen Einstellungen abzuraten.

HistogrammQuelle:

Abbildung 4.7 Histogramm[46]

Sowohl für die Rauschunterdrückung als auch für die Einstellungen von Kontrasten und Farbraum ist es möglich, Voreinstellungen zu verwenden, die auf alle Materialien anwendbar sind. Im Einzelfall ist es stets sinnvoller, die Werte am Originalmaterial zu orientieren. Aber zurückhaltende Standardeinstellungen sind immer noch deutlich besser, als ganz auf die Vorteile dieser Filter zu verzichten.