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Visual Basic unterscheidet sich von anderen .NET-Programmiersprachen in ein paar Eigenarten, die in erster Linie durch seine Historie bedingt sind: Es gibt einige Elemente, die das Programmieren mit Visual Basic .NET-untypisch zu vereinfachen scheinen. Und dies gilt für Visual Basic 2005 in besonderem Maße. Namentlich sind das die Funktionalitäten, die durch das Konzept des Anwendungsframeworks und durch den My-Namespace zur Verfügung gestellt werden, und die in diesem Teil des Buches besprochen werden.
Auch Visual Basic .NET 2002 und 2003 unterschied sich von den Standards anderer .NET-Programmiersprachen, aber anders als Visual Basic 2005: Hier funktionierten viele Dinge, wie beispielsweise das Überladen von Operatoren, noch nicht.
Nun haben gerade die Visual Basic 2005-eigenen Elemente schon während der Entwicklung für teilweise heftige Diskussionen gesorgt, denn: Nachdem Visual Basic .NET endlich »erwachsen« wurde, indem es anders als noch Visual Basic 6.0 zur echten objektorientierten Programmiersprache avancierte, sorgte exakt diese Tatsache auch für Unmut bei dem Teil der VB6-Fraktion, die sich mit der OOP-Programmierung nicht so recht anfreunden konnte oder wollte. Die Entwickler von Visual Basic 2005 erkannten das nach Markteinführung von Visual Basic .NET 2003 recht schnell und sahen sich nun ein wenig in der Klemme: Zum einen wollte man den VB6-Programmierern der alten Riege nicht einfach die Tür vor der Nase zuknallen und sie vor die »Friss-oder-Stirb-Alternative« stellen, andererseits wollte man aber auch Visual Basic an sich weiter voranbringen, und gerade in Sachen OOP, Operatorenüberladung und Generics zum Standard anderer .NET-Sprachen aufschließen.
Auch mit dieser Diskussion beschäftigt sich der nun folgende Buchteil.