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Wenn man Substantive steigern könnte, wie würde dann wohl der Superlativ von »Programmiersprache« lauten?
Zweifellos: »C++«. Keine andere Programmiersprache ist so weit verbreitet wie C++. Keine andere Sprache hat eine ähnliche Erfolgsgeschichte geschrieben. Keine andere objektorientierte Programmiersprache kann sich an Effizienz und Leistungsfähigkeit mit C++ messen. Über keine andere Sprache wurde mehr diskutiert, geschrieben und philosophiert als über C++ – und das nicht ohne Grund, denn C++ gilt auch als eine der schwierigsten Sprachen. Qualität hat eben ihren Preis.
Die Praxistauglichkeit einer Programmiersprache hängt allerdings nicht allein von ihrer Güte ab. Mindestens ebenso wichtig ist es, dass die Sprache durch kongeniale Werkzeuge und Bibliotheken unterstützt wird.
Beides ist für C++ der Fall. Während jedoch die Sprache C++ seit Ende der Achtziger in nahezu unveränderter Form vorliegt, haben die Bibliotheken und Programmierwerkzeuge rund um C++ ständig gewechselt. So gab es zum Beispiel in den Neunzigern den legendären Kampf zwischen dem Borland C++-Compiler und dem Visual C++-Compiler von Microsoft. Später drängten RAD-Umgebungen wie der C++-Builder auf den Markt, die die Erstellung von grafischen Windows-Anwendungen revolutionierten. Der für Gegenwart und Zukunft wohl bedeutendste Entwicklungsschritt war aber zweifelsohne die Einführung des .NET Frameworks im Jahre 2002. Das .NET Framework, eine von Microsoft entwickelte Laufzeitumgebung, die seit Windows XP standardmäßig mit allen Windows-Betriebssystemen ausgeliefert wird, löste nicht nur etliche drängende Probleme der Windows-Programmierung – zusammen mit dem .NET Framework wurde dem Programmierer auch eine neue, überragende Klassenbibliothek für sämtliche Aspekte der Programmierung zur Verfügung gestellt.
Heute dürfte der Visual C++-Compiler wohl mit Abstand der leistungsstärkste und komfortabelste C++-Compiler für die Microsoft-Plattform sein. Und für die Erstellung von C++-Anwendungen mit grafischer Benutzeroberfläche dürfte es wohl kaum eine bessere Kombination geben als den Visual C++-Compiler und die Dienste und Bibliotheken des .NET Frameworks.
Aus diesem Grund behandelt das vorliegende Kompendium neben der reinen C++-Programmierung auch die Programmierung für das .NET Framework (inklusive einer ausführlichen Beschreibung der für die .NET-Programmierung erforderlichen C++/CLI-Syntaxerweiterungen). Insgesamt deckt das Buch die folgenden vier Aspekte der modernen C++-Programmierung ab:
die Syntax der Sprache C++
die C++-Programmierung für das .NET Framework
die Entwicklung von Windows-Anwendungen mit C++ und den Klas-sen des .NET Frameworks
die Programmerstellung mit der Visual C++-Entwicklungsumgebung
Wenn Sie Fragen, Lob, Anregungen oder Kritik zu diesem Buch haben, erreichen Sie mich über die Support-Seite zu diesem Buch unter www.carpelibrum.de/autoren_kontakt.html.
Dirk Louis
Saarbrücken